Vox erpresst Regionalregierungen

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Gut beschützt vor allem Unbill – Vox sieht Aktionsbedarf bei Schulkindern. Foto: dpa

Madrid – ck. Die rechtspopulistische Partei Vox hat in der Region Murcia ihre Zustimmung zum Haushalt von einer verstärkten Anwendung des sogenannten Pin parental abhängig gemacht – einem Einspruchsrecht der Eltern gegen sensible schulische Inhalte für ihre Kinder. Im Grunde hat Vox in Murcia im September kein Vetorecht, sondern eine Zustimmungspflicht verordnet. Bei obligatorischem Unterricht in frei gestalteten Workshops oder Vorträgen müssen die Eltern eine schriftliche Zustimmung erteilen. Themen waren etwa Recycling, Gleichstellung, Emotionen sowie Freizeit und Sport.
Wie die Zeitung „El País“ schreibt, wurden die Eltern über diese Lehrinhalte unterrichtet und das reichte ihnen. Die Aktivitäten werden vom Schulrat, dem Elternvertreter angehören, abgesegnet. Kein Kind wurde abgehalten, daran teilzunehmen. Bislang haben die Schulen keine Zustimmung verlangt. Das soll sich ändern.
Vox hält das Vetorecht für notwendig, weil es bei den Aktivitäten auch um Affektivität oder Sexualität geht – und zwar nicht im streng katholischen Sinn. So sollen etwa auch Vertreter von Schwulen- und Lesbenkollektiven Kindern Vorträge halten. Wie es Regierungssprecherin María Jesús Montero ausdrückte, haben die Schüler das Recht auf eine vollständige Erziehung im Einklang mit den Grundrechten. Dazu gehört die Achtung von Homosexualität, Transsexualität und komplexen emotionalen Abläufen. Wenn die Eltern anders denken, hätten sie doch kein Recht, dass ihren Kindern Wissen und Toleranz vorenthalten werden, argumentieren die Gegner von Vox.

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