Limit für Bargeldzahlungen

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Dass die deutsche Regierung die Einführung einer Obergrenze für Bargeld-Zahlungen erwägt und auch in Brüssel dafür wirbt, kann Ignacio nicht verstehen. „Die Deutschen sind doch klug. Man braucht sich nur hier in Spanien ein bisschen umzuschauen, um zu erkennen, dass das kaum etwas bringt“, sagt kopfschüttelnd der ältere Señor, der in der Region um die Hauptstadt Madrid mit Gebrauchtwagen handelt. „Un gran disparate!“, grober Unfug, sei das.
Eine Obergrenze von 2.500 Euro für Barzahlungen gibt es in Spanien bereits seit Herbst 2012. Mitten in einer schlimmen Krise hatte die konservative Regierung des Ministerpräsidenten Mariano Rajoy damals diese und andere Maßnahmen eingeführt, um Steuerbetrug und Schwarzarbeit zu bekämpfen und die klammen Staatskassen zu füllen.
Ignacio, der seinen Nachnamen lieber nicht nennen möchte, beteuert, er sei „im Gegensatz zu vielen Politikern in diesem Land ein rechtschaffener Mann“. Aber wenn ein Kunde bar zahlen möchte, dann könne man ihm das doch nicht verbieten, man lebe „doch schließlich in einer Demokratie“, wettert er. „Ob Handwerker, Ladenbesitzer oder Wohnungsvermieter, niemand wird ein Geschäft verpassen, nur weil der Kunde bar zahlen möchte.“ Und er weist darauf hin: „Kaum jemand weiß bei uns von diesem Limit.“
Giovanna Tagliavía kennt Ignacio nicht. Die Direktorin des nationalen Juwelier- und Uhrmacher-Verbands (AEJPR) gibt aber, ebenso wie ihr Landsmann, den sehr vielen Limit-Skeptikern in Deutschland recht. „Wir sind davon überzeugt, dass die Beschränkung des Bargeldverkehrs eine schlechte Maßnahme für Wirtschaft und Handel allgemein ist.“ Dem Ziel der Bekämpfung der Schwarzarbeit dienten solche Aktionen auf keinen Fall, so die studierte Anwältin.
Direktorin Tagliavía betont, man könne zwar nicht sagen, inwieweit Geschäftseinbrüche im Juwelier-Sektor etwa mit dem Bargeld-Limit zu tun hätten. „Die Käufer, die Barzahlung vorziehen, wollen ihre Intimität wahren, auch und vor allem gegenüber den Banken, die Policen und Anlagen verkaufen wollen und dazu jede Transaktion ihrer Kunden analysieren“, sagt sie.

 

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