Vergessene Geschichte

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Ganz Nichts deutet mehr auf die florierende Wirtschaft aus der Zeit des Bergbaus im 19. und 20. Jahrhundert hin, keine Spur mehr von den großartigen technischen Erfindungen, die seinerzeit führend in Europa und der Welt waren, oder von den Anstrengungen und dem Leid der Minenarbeiter. Ein gelber Bulldozer steht am Rand der Straße, die durch das kleine Bergdorf Bédar in der Provinz Almería führt, und versperrt die Sicht auf den Eingang zur Mine La Mulata oder auch „dunkle Höhle“ genannt. In der 20 Meter tiefen Grube machten sich Minenarbeiter mit ihren Meißeln an den Felswänden zu schaffen, um Eisenerz abzubauen. Das war Schwerstarbeit, denn das Gestein ist extrem hart. Heute ist die Mine unter einer dichten Pflanzendecke verschwunden. Mit seinem Buch macht der Brite Andrew Devey die Geschichte des Bergbaus in der Gegend um Bédar, Garrucha, Los Gallardos, Mojácar und der Sierra Cabrera wieder sichtbar. „Die meisten Leute hier, vor allem die jüngeren, wissen fast nichts über ihre eigene Geschichte.“ Der Bergbau liegt dem 63-Jährigen am Herzen, weil er selbst in einer Kohlemine in Nordengland geschuftet hat, erst als Arbeiter, später stieg er zum Bergbauingenieur auf. „Meine Familie ist in der fünften Generation im Bergbau tätig.“ Dass Andrew Devey sich seine zweite Heimat in Spanien ausgerechnet in der unscheinbaren Siedlung El Pinar in Bédar ausgesucht hat, ist vermutlich kein Zufall. El Pinar war Bergbaugebiet und bekannt für seine Blei- und Kupfer- und in geringen Mengen auch Silbervorkommen. „Ich habe gleich am ersten Tag die vielen Überreste aus der Zeit erkannt und sofort mit meiner Recherche begonnen“, erzählt Devey.

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