„Valenciano ja, Castellano auch“

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Die Protestierenden betonen: Wir sind nicht gegen Valenciano, aber für die Wahlfreiheit. Foto: privat

Alicante/Orihuela – sw.  Der heutige Samstag, 18. Januar, steht an der Costa Blanca  im Zeichen des Protests gegen das Plurilingüismo-(Mehrsprachigkeits-)Dekret des Landes Valencia. Am Mittag gingen dagegen bereits Bürgergruppen in Alicante, Villena, Elda, Elche und auch Valencia sowie Castellón auf Straßen und Plätze. Um 17 Uhr protestiert auch Villajoyosa. Bereits ab 16.30 Uhr findet die größte Demo in Orihuela statt. Tausende werden wohl am Marsch teilnehmen, der im Viertel Los Huertos startet. Zu den Demos aufgerufen hatten Elternkollektive wie FAPA Gabriel Miró sowie Verteidiger der spanischen Sprache wie „Hispanohablantes“. Die Protestierenden betonen, nicht gegen die Regionalsprache Valencias, sondern für die Wahlfreiheit der Unterrichtssprache einzustehen. „Valenciano ja, Castellano AUCH“, lautet ein Motto des Protests in Orihuela.

Dem Landesschulministerium wird vorgeworfen, mit dem Sprachdekret auch in Zonen, wo  die Regionalsprache im Alltag kaum präsent ist, den Anteil des Valenciano im Unterricht unverhältnismäßig zu erhöhen. Obgleich Minister Vicent Marzà (Compromís) versichert, dass das Dekret den Schulen Freiheit bei der Wahl ihres Sprachprofils einräume, würden de facto die Schulen unter Druck gesetzt, Valenciano auf bis zu 65 Prozent zu erhöhen. Lehrer und Direktoren fühlten sich durch Inspektoren kontrolliert und trauten sich nicht, öffentlich über das Problem zu sprechen, beklagen protestierende Eltern.
Das von der linksnationalen Compromís gesteuerte Ministerium hingegen meint, dass die besorgten Eltern einer Kampagne mit Fehlinformationen aufgesessen seien. Vor allem rechtsorientierte Kollektive und Parteien würden – aus politischen Gründen – Halbwahrheiten vertreiben, um Ängste zu schüren, etwa vor dem Aufflammen eines Separatismus wie in Katalonien auch hier in der Region Valencia.
„Reden, statt mit Schultischen werfen“
In dem Kommentar „Las lenguas son para entenderse“ (Sprachen sind dazu da, um sich zu verständigen) in der Tageszeitung „Diario Información“ warf am 16. Januar Rubén Ferrándiz aus dem Südkreis Vega Baja beiden Seiten des Streits Fehler vor. Ferrándiz´ „so einfache, doch zugleich so komplizierte Lösung“: Landesregierung, Politiker, Eltern und Lehrer müssten aufhören, sich gegenseitig  „mit Schulbänken zu bewerfen“ und müssten sich „zusammensetzen, um zu reden“. Und zwar „nicht in den Straßen, und nicht in den Sozialen Netzwerken“. Nur zusammen könne das „polemische Dekret“ verbessert und an die Besonderheiten jedes Gebiets im Land angepasst werden, um die Chancengleichheit aller Schüler, „egal wo sie geboren werden“ zu garantieren.

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