Die Seegras-Debatte

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Beim Anblick von Seegras rümpft so mancher Urlauber die Nase Foto: Archiv

Dénia – sk. Das alljährliche Sommertheater in den Sozialen Netzwerken um die Reste von Poseidonia-Gras an Dénias Stränden gipfelte bei der jüngsten Plenarsitzung in einem Showdown zwischen Bürgermeister Vicent Grimalt (PSOE) und PP-Stadträtin Maria Mut. Mut griff die harschen Urlauber-Klagen über vermeintlich übel stinkende, fälschlicherweise als Algen-Berge beschimpften Reste von Seegras auf und rieb sie dem Stadtoberhaupt unter die Nase, den in dem Moment die madrilenische Ignoranz wohl auf dem falschen Fuß erwischte. “Es ist kaum zu glauben, dass auch noch Sie, obwohl sie nur zu gut um die Bedeutung von Seegras wissen, davon besessen sind, dass diese Algen Müll sind”, sagte Grimalt.

Die Seegras-Reste lagert sich derzeit inbesondere am Almadrava-Strand und im Las-Rotas-Gebiet ab, letzteres Felsenküste und natürgeschützes Meeres-Reservat. “Häufiger den Strand reinigen ist keine Lösung und aus Umweltgesichtspunkten nicht vertretbar. Die Leute müssen das akzeptieren, wie anderswo auch. Auf Formentera wird das Wasser nicht von Seegrasresten gesäubert”, sagte Grimalt, der Bürgermeister und Tourismusstadtrat ist.

Die PP ruderte daraufhin zurück und bat mit Verweis auf Anwohner und Touristen um eine minimale Strandreinigung in Las Rotas. “Die Leute haben auch ein Recht darauf in die Buchten zu gehen und sich zu baden”, sagte Mut.

Der Bürgermeister warf dann wohl doch mal einen Blick ins Netz, denn am Tag darauf rückte der Schaufellader an und trug in Teilen von Las Rotas die faulende Flora ab, während man in den Sozialen Netzwerken weiter stritt, ob es nun schützt oder stinkt, die Erosion fernhält oder die Mücken herbringt, das Seegras an Dénias Stränden.

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