Beteiligung entscheidet

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Am Sonntag werden spanische und ausländische Wahlberechtigte zu den Urnen gerufen: Die Kommunal-- und Europawahl findet am 26. Mai statt. Fotos: Ángel García

Alicante – sk. 3,65 Millionen Spanier und fast 97.000 Ausländer haben am Sonntag, 26. Mai die Wahl und bestimmen, wer in den Rathäusern der 542 Gemeinden und im Europäischen Parlament das Sagen hat. Erstmals fällt in der Comunitat Valenciana die Kommunalwahl nicht mit der Landtagswahl zusammen. Mit Berufung auf das Autonomiestatut setzte sich Valencias Ministerpräsident Ximo Puig von zwölf anderen Regionen ab, verlegte die Landtagswahl nach vorne und hielt sie zeitgleich mit der Parlamentswahl am 28. April ab. Der Wahlsieg in Madrid wie in Valencia hat die Sozialisten beflügelt und wird die Kommunalwahl nun ohne Zweifel beeinflussen – doch wirklich so tiefgreifend, um die politische Landkarte der Provinz Alicante rot zu färben?
Trotz der klaren Favoritenrolle der PSOE muss man am 26. Mai auch an der Costa Blanca mit der ein oder anderen Überraschung rechnen. Bei jeder Wahl werden die Karten neu gemischt. Prognosen haben sich in jüngerer Vergangenheit oftmals als falsch erwiesen. Sie spielen in Städten wie Alicante oder Elche ohnehin eine größere Rolle als in Kleinstädten, wo Bürger eher Personen als Parteien wählen. Und vielerorts fußt die Euphorie bei den sozialistischen Ortsverbänden lediglich auf der Auszählung der Stimmen der Parlamentswahl vom 28. April.
Als ganz entscheidend bei dieser Kommunalwahl wird sich die Wahlbeteiligung erweisen, die – sollte sie tatsächlich niedrig ausfallen – dem linken Flügel Wind aus den Segeln nehmen könnte. Auch Medien und insbesondere die Sozialen Netzwerke können kurz vor Schluss noch die Stimmung zugunsten oder ungunsten des ein oder anderen Kandidaten kippen.
Davon kann César Sánchez ein Lied singen. Die Entscheidung, über die Kandidatur in Llíber wieder in die Provinzverwaltung zu kommen, hat sich als ein unglücklicher Schachzug erwiesen. Nicht nur, weil sein Image nun von einem alten Bauskandal der PP, mit dem er nichts zu tun hatte, befleckt wird. Denn er öffnete den Sozialisten eine Flanke, die ohnehin verunsicherte Calper PP anzugreifen. Was Ximo Puig bei einer Wahlkampfveranstaltung in Calp ausnutzte. „Sozialisten fliehen nicht in eine andere Gemeinde, um sich einen politischen Platz an der Sonne zu suchen“, donnerte Ximo Puig.

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