Dopingarzt freigesprochen

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Dopingarzt Eufemiano Fuentes bei einer Pressekonferenz 2007. Foto: CBN-Archiv

Madrid – dpa. Gut zehn Jahre nach der Aufdeckung des größten Dopingskandals in der spanischen Sportgeschichte ist das Gerichtsverfahren um die „Operación Puerto“ mit Freisprüchen zu Ende gegangen. Ein Berufungsgericht in Madrid hob am Dienstag die Haftstrafen für den Dopingarzt Eufemiano Fuentes und den früheren Radsporttrainer José Ignacio Labarta auf.

Die Richter ordneten an, dass die mehr als 200 Blutbeutel, die die Polizei im Mai 2006 bei Fuentes beschlagnahmt hatte, an die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und andere sportliche Institutionen ausgehändigt werden müssen. Damit könnte nachträglich ermittelt werden, welche Radprofis und andere Sportler die Dienste des Fuentes-Labors in Anspruch genommen hatten. Schon vor mehreren Jahren war bekannt geworden, dass Radprofis wie Jan Ullrich, Ivan Basso, Tyler Hamilton, Alejandro Valverde oder Jörg Jaksche in den Skandal verwickelt waren. Alle diese Profis hatten Sperren erhalten.

Gegen das Urteil des Berufungsgerichts ist kein Einspruch möglich. Der Freispruch für Fuentes stieß in Spanien auf Verblüffung. Bereits das Urteil in der ersten Instanz war von Experten als „zu milde“ eingestuft worden. Es bestärkte in der Sportwelt das Image Spaniens, den Kampf gegen Doping nicht besonders ernst zu nehmen.

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